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Über uns

Warum es Haushaltsdialog gibt

Wenn eine Stadt sparen muss, trifft sie Entscheidungen, die wehtun: kürzere Öffnungszeiten im Schwimmbad, weniger Geld für Vereine, eine höhere Grundsteuer. Das ist unangenehm, aber normal. Das eigentliche Problem entsteht danach.

Wenn ein Schwimmbad schließt und niemand erklären kann, warum, entsteht ein Vakuum. In dieses Vakuum passt jede Erzählung.

Von 100 Euro, die eine Stadt ausgibt, entscheidet sie über 47 gar nicht selbst — das sind Umlagen an Kreis, Land und Verband und Abschreibungen aus früheren Jahren. Das ist keine Meinung, das steht im Haushaltsplan. Nur weiß es fast niemand, weil es in einem Dokument steht, das kaum jemand liest und noch weniger Menschen verstehen.

Wer diese Zahlen sichtbar macht, nimmt der bequemsten Erzählung die Grundlage — der von den unfähigen Verwaltern, der von denen da oben, der vom Geld, das angeblich woanders hinfließt. Und wer die Leute anschließend selbst rechnen lässt, macht aus Zuschauern Beteiligte: Wer den Simulator einmal durchgespielt hat, hat die Zwangslage selbst in der Hand gehabt. Ob das die Debatte tatsächlich verändert, wird sich in Hofheim zeigen — behaupten wollen wir es vorher nicht.

Was wir tun

Wir übersetzen den Haushalt einer Kommune in etwas, das ein Mensch ohne Doppik-Schulung versteht: ein Raster aus hundert Euro, ein Diagramm, einen Simulator mit echten Preisschildern. Und wir betreiben die Plattform, auf der das läuft — mit Sicherung, Aktualisierung und der Zusicherung, dass sie barrierefrei bleibt.

Was wir nicht tun: beraten, moderieren, Bürgerversammlungen leiten oder Ihnen sagen, wo Sie sparen sollen. Wir nehmen Ihnen auch das Betriebskonzept nicht ab — wer die Vorschläge beantwortet und in welcher Frist, muss Ihr Haus festlegen. Daran entscheidet sich, ob ein Beteiligungsverfahren trägt, und das kann kein Dienstleister für Sie erledigen.

Wie wir uns finanzieren

Der Quelltext liegt offen unter der AGPL-3.0. Jede Kommune darf ihn herunterladen, selbst betreiben und anpassen, ohne uns zu fragen und ohne zu zahlen. Geld nehmen wir für den Betrieb und für die Aufbereitung Ihrer Zahlen — also für Arbeit, die tatsächlich anfällt.

Ehrlich zum Stand: Haushaltsdialog ist derzeit ein privates Vorhaben. In welcher Rechtsform es auf Dauer geführt wird, ist noch offen. Wir schreiben das hier hin, statt etwas vorwegzunehmen — dieselbe Regel, nach der wir auch die offenen Baustellen der Software nennen.

Woher das kommt

Die Plattform ist nicht am Reißbrett entstanden, sondern für einen konkreten Fall: die Kreisstadt Hofheim am Taunus, 39.259 Einwohner, Haushaltssicherungskonzept für die Jahre 2026 bis 2029. Dort läuft sie, dort sind die Kinderkrankheiten aufgefallen, und dort ist die Frage beantwortet worden, wie man einen kommunalen Haushalt so darstellt, dass Bürger ihn verstehen und die Kämmerei ihn trotzdem korrekt wiedererkennt.

Erst danach kam die Idee, das anderen Kommunen anzubieten. In dieser Reihenfolge, nicht umgekehrt.

Wer dahintersteht

Porträt von Konstantin Knapp

Konstantin Knapp

Gründer

Ich komme nicht aus der Verwaltung. Ich führe ein Handelsunternehmen und habe dort gelernt, wie man Zahlenwerke so aufbereitet, dass Menschen danach anders entscheiden. Der Hofheimer Haushalt war zunächst ein Wochenendprojekt aus dem Ärger darüber, dass man als Bürger den eigenen Haushaltsplan nicht versteht.

Dass ich Außenstehender bin, ist Vorteil und Nachteil zugleich. Nachteil: Ich musste erst einmal begreifen, dass es Dinge wie Doppik und Haushaltssicherung überhaupt gibt, und mir die Grundlagen erarbeiten. Vorteil: Ich habe die Zahlen so dargestellt, wie jemand sie braucht, der sie zum ersten Mal sieht.

Dialog stärken. Demokratie fördern.

Das ist keine Kampagne und richtet sich gegen keine Partei. Es ist die schlichte Annahme, dass Menschen Entscheidungen eher mittragen, wenn sie nachvollziehen können, wie sie zustande kamen — und dass eine Verwaltung, die ihre Zahlen offenlegt, weniger angreifbar ist als eine, die es nicht tut.